Am einem wunderschönen Herbstsonnabend haben wir (Katrin+Uli) uns bei bestem Spätsommerwetter (21 Grad, blauer Himmel) der Schließung von Wissenslücken hingegeben. ... und - die Lücke war größer als zunächst vermutet (smile).

Also sind wir gemeinsam in die Stadt gefahren, genauer gesagt ins östliche Parkhaus des Leipziger Hauptbahnhofs und haben uns dann, durch die Bahnhofsarkaden hindurch, über die Goethestraße bis zum Paulinum geschlagen um dann ab 13:00Uhr einem 1,5-stündigen Vortrag zur Geschichte des Paulinums und ein bisschen auch der Universität Leipzig zu lauschen.

  

Der 10 Euro pro Nase kostenden Führung folgten dann auch so ungefähr 25 Personen, wobei wir beide, gefühlt, den Altersdurchschnitt deutlich gesenkt haben. Los ging's sitzenderweise mit einem gut halbstündigen Exkurs in die Historie von Leipzig, der Gründung eines Dominikanerklosters an der Stelle der heutigen Universität, der Gründung selbiger im Jahre 1409 (https://www.uni-leipzig.de/universitaet/profil/geschichte/), der weiteren Geschichte und berühmten Persönlichkeiten, die an der Uni Leipzig mal studiert haben (Ja. auch Angela Merkel). Die Weihung der ersten (deutlich kleineren) Paulinerkirche selbst erfolgte im Jahr 1240 (https://de.wikipedia.org/wiki/Paulinerkirche_(Leipzig)). In den Zeiten (und Wirren) der Reformation wurde aus der katholischen Kirche ein evangelisches Gotteshaus und als selbigen 1545 als Universitätskirche von Martin Luther geweiht... Danach dann die Geschichte bis zum sozialistischen Ende durch Sprengung am 30. Mai 1968 um 9:58 Uhr - und der Wiederaufbau mit dem holländischen Planungsbüro  Erick van Egeraat bis Ende 2017 ...


Danach dann zum "Praxisteil": ein Rundgang durch das Paulinum mit Erläuterung zu den 27 Epitaphien, den beiden Orgeln und der Bedeutung der über 18m hohen Glas-Schiebetür, die, nach beiden Seiten geöfffnet, die Aula der Uni mit dem Altarraum (dessen Inhalte klimatisch aufwendig gelagert werden müssen - Denkmalschutz) verbindet. Normalerweise ist der zu, so auch heute.


Zum Schluss habe wir uns noch Fassade und ein sehr innovatives Parkhaus der Unl Leipzig für Fahrräder angesehen. Der dreieckige Einschnitt an der rechtsseitigen Brücke des Paulinums entspricht übrigens dem ehemaligen Standort der Kirche vor der Sprengung. Das war ein sehr interessantes Detail, was man ohne Erläuterung gar nicht wahrnimmt. Ebenso erläuterungswürdig ist die unsymmetrische Anordnung des runden Fensters am ehemaligen Giebel der Kirche - jetzt Bestandteil der Front: Der Versatz symbolisiert nach Auffassung des Architekturbüros die Verwerfung durch die Sprengung, ebenso die sichtbare Fuge "Riss" oberhalb - das ist der Bruch in der Geschichte ... 

Zum Schluss sind wir noch mit dem Fahrstuhl (der ist öffentlich und kostet auch nicht mal was!) in die neunte Etage gefahren. Auf zwei Fensterfronten hat man einen herrlichen Ausblich auf die Ost-West-Achse von Leipzig von oben. Die Absperrung vor der Oper ist übrigens wegen des Opernballs (smile)



Ein schöner Nachmittag - gern mehr....